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[IPd] Kopf hängen lassen



Hallo Ralf!

Es ist ja nicht verwunderlich, dass Diabetiker (und auch andere chronisch Kranke Menschen) eher dazu neigen, den Kopf hängen zu lassen (als die übrige Bevölkerung). Es ist ja eine sehr grosse Belastung.

Herzlich willkommen in einem gewissermassen geschlossener Kreis: Die "Teilnehmer" hier haben hier -- so viel ich weiss -- alle Diabetes, die meisten (so meine ich jedenfalls) Typ I und viele (fast alle?) tragen eine Insulinpumpe. Ich habe etwa 17 Jahre lang eine Pumpe getragen, und gebe nun (seit 2 Jahren) mein Bauch ein Bisschen Pause. Ich warte ausserdem auf eine geschlossene Schleife. Meines Erachtens dürfte das nicht mehr lange Dauern (allerdings kennen viele Diabetiker lauter Geschichten von "wird bestimmt nicht lange dauern...").

Ich denke Du hast (hier, mit IP-D) eine sehr gute Entscheidung getroffen. Ich "leite" selber eine Selbsthilfegruppe für Typ I Diabetiker in Neunkirchen im Saarland. Ich bin dabei unsere Website (http.//www.Glyk.de) völlig zu überarbeiten. So viel ich weiss, sind wir die einzigste SHG für Typ I Diabetiker im Saarland (viele sogenannte SHGen sind "gemischte" Gruppen). Ich denke, viele Typ I Diabetiker müssen in Bezug auf SHGen zuerst einen Schock ihrer ersten Erfahrungen in (gemischten) SHGen überwinden, bevor sie sich wieder trauen, so etwas nochmals zu wagen.

Ich denke aber auch, Du köntest vielleicht Deine Gefühle über den Diabetes noch mehr "wahr"-nehmen, sie auch konfrontieren. Dazu ist eine SHG sehr hilfreich -- es gibt dort eben ein sofortiges Verständniss für was Diabetes bedeutet, sowohl für die tägliche Routine als auch für die gelegentliche (oder auch öftere) "durchhänger". Oft ist eine Sorge (odere auch mehrere Sorgen) leichter zu tragen, wenn nur jemand sagen kann "ach, ja: ich verstehe Dich".

Hier bei IP-D ist es gewissermassen ähnlich, aber es ist ja eben eine Sache, die über Email läuft. Email gibt ja nie die selbe Nähe wie einen direkten, persönlichen Kontakt. Manche Sachen möchte man auch nur in vertrauter Atmosphäre besprechen.

Deshalb möchte ich Dir wärmstens empfehlen nicht IP-D fallen zu lassen, aber doch zusätzlich persönliche Kontakte zu anderen Typ I Diabetikern zu knüpfen bzw. auszubauern. Ich weiss, es gibt schon deutschlandweit SHGen für Typ I bzw. insulinpflichtiger Diabetiker, aber ich kann ja nicht aus der ferne beurteilen, wie solche Gruppen vor Ort (dort, nähe Landshut) gestaltet werden (doch gerade diese Frage -- nämlich: Wie wird so eine Gruppe gestaltet? -- ist unheimlich wichtig für die Art und Weise, wie die Gruppe funktioniert). Dazu könnte ich Dir auch ein paar "Experten" nennen.

In der Regel ist es ja so, dass die Menschen, die Dir nahe stehen, doch nicht verstehen können, was es bedeutet z.B. eine Unterzuckerung zu erfahren oder auch die Frustration, wenn gewisse Ziele nicht erreicht werden, u.s.w..

Eins kann ich aber sofort sagen: Meines Erachtens werden niedrige BZ-Werte oft überbewertet. Ein Arzt möchte stolz sein, wenn ein HbA1c von 6-7 rauskommt. Und welche Gefahren das in sich birgt? (!?!) Und dabei ist von Lebensqualität noch keine Rede. Nein, man muss schon ein Bisschen kritisch sein --  und bestimmt nicht alle Weisheiten einfach akzeptieren, ohne zu fragen, ob sie auf die eigene Lebenssituation zutreffen.

Nun ja, ich möchte ja doch kein Buch schreiben ... ( ... aber, ... )

;-)

Bis bald,

Norbert

Ralf Krieger schrieb:

> Wie bei jedem k÷nnte auch bei mir der Zucker ein bischen besser
> laufen. Aber man darf den Kopf nicht h_ngen lassen.

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