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Re: [IPd] Vor- und Nachteile der verschiedenen Pumpen



Hallo Susanne,

> Auf meine Frage an die Vorsitzende unserer Selbsthilfegruppe, welche Pumpe
> man bei unserem Diabetologen bekaeme, war die Antwort: H-Tron.

wie reagiert Dein Diabetologe, wenn Du eine andere Pumpe als die H-Tron  
moechtest bzw. warum bietet er nur das eine Pumpenmodell an (Vertreterin  
von Disetronic huebscher als die von Medtronic MiniMed?)?
Wenn er ein Problem damit haette und sich weigert eine andere Pumpe zu  
verordnen, wuerde ich wechseln.

> Informationsbroschueren ueber die D-Tron, die H-Tron, die MiniMed 508 und die
> Dahedi 25 wurden mir von den Firmen zugeschickt.

Die "Informationsbroeschuren" sind nicht das Papier wert, auf dem sie  
gedruckt wurden, da sie ebenso bunt wie uninformativ sind.
Die wichtigen Informationen und Unterschiede sind nur aus den Handbuechern  
zu entnehmen - und teilweise nicht einmal dort dokumentiert.
Und natuerlich aus der taeglichen Praxis.

> Fuer mich sind drei Aspekte sehr wichtig:
> - Abgabe von kleinsten Insulinmengen: 0,1 Einheiten-Schritte (mein
>   Gesamttagesbedarf liegt zwischen  14 und 18 Einheiten.)

Trifft auf D-Tron, H-Tron und MiniMed 508 zu. Da ich die Dahedi nicht nur  
auf Grund der Groesse fuer Spielzeug halte, habe ich mich nicht damit  
befasst.

> - hohe Sicherheit

Wie definierst Du "hohe Sicherheit"?

> - einfache Handhabung.

Sollte auch auf alle Pumpen zutreffen, ist aber natuerlich vom jeweiligen  
Benutzer abhaengig und sollte man daher ausprobieren.

> Gerne moechte ich Deine Meinung zu meinen Favoriten hoeren.

Vor kurzem lief in einer NG folgender Thread, den ich Dir schicke.
Ich denke, darin sind Informationen enthalten, die in den bunten  
Werbeschroeschueren der 508, D-Tron und H-Tron nicht enthalten, aber  
wichtig sind.

Wenn Du weitere Fragen hast, beantworte ich sie Dir gerne (wenn ich kann).

--- Anfang 1. Mail (von Ralf Loderer) ------------------------------------

Hallo,

Du schriebst in folgendes:

> Minimed 508 ,D-Tron, H-Tron. Koenntet ihr mir mal die Vor-und Nachteile
> der einzelnen Pumpen erklaeren.

ich wuerde mir an Deiner Stelle die Handbuecher der jeweiligen Pumpen von
Disetronic bzw. Medtronic MiniMed zuschicken lassen (ist kostenlos), dann
kannst Du die Funktionen und Unterschiede der Pumpen in Ruhe studieren.

Ich kenne die 508 aus der Praxis und die Disetronic D-Tron vom Handbuch
her. Die Disetronic H-Tron kam fuer mich auf Grund der "primitiven"
Programmiermoeglichkeiten von Vornherein nicht in Frage.
Die Vorteile der 508 sind fuer mich die drei Basalprofile mit jeweils bis
zu 48 Basalraten, also alle 30 Minuten eine andere Basalrate oder die im
Vergleich zur D-Tron hervorragenden Bolus-Moeglichkeiten.
So kann die 508 beispielsweise waehrend eines laufenden verlaengerten Bolus
jederzeit einen Normalbolus abgeben, ohne dass wie bei der D-Tron der
verlaengerte Bolus abgebrochen werden muesste. Auch dass der verlaengerte Bolus
bei der D-Tron nur ueber maximal 4 Stunden, bei der 508 hingegen ueber bis
zu 8 Stunden abgegeben werden kann ist - zumindestens fuer mich als
Nudelorgienfan (20 bis 25 BE) - wichtig.
Wichtig kann auch die Umstellbarkeit der 508 auf U-100, U-50 oder U-40
sein.
Die Fernbedienung liegt mit ausgebauter Batterie im Pumpenkarton, soviel
zu diesem Feature der 508. Mir ist die Abgabe eines Bolus mit
Fernbedienung bzw. das Abzaehlen der Toene/bei eingeschaltetem
Vibrationsalarm der Vibrationen zu umstaendlich und unsicher. Ich hole zur
Abgabe eines Bolus grundsaetzlich die Pumpe aus der empfehlenswerten Sport-
Tasche.
Das im Vergleich zur D-Tron kompakte Gehaeuse der 508, die Verwendung
handelsueblicher Batterien und, auch wenn es manche nicht glauben werden,
das leise "Knacken" waehrend der Insulinabgabe waren Gruende, mich fuer die
508 zu entscheiden, zumal von der D-Tron zuviel ueber technische
Schwierigkeiten (Batterien, "Katheterverschluesse" durch reibende
Insulinampullen etc.) zu lesen/hoeren ist.

Wer nicht die Pen-Humalog-Ampullen in der D-Tron verwenden will, muss mehr
als umstaendlich das Insulin von der Durchstechampulle in eine Spritze und
von dort in eine leere Glasampulle umfuellen.

Ob die zwei unabhaengigen Prozessoren der D-Tron ein Vorteil sind? Naja,
die 508 hat nur einen Prozessor, verhindert aber die ungewollte
Insulinabgabe mechanisch.
Die D-Tron ist zeitgesteuert und gibt unabhaengig von der Basalrate alle
3 Minuten 1/20 der Basalrate ab. Die 508 ist mengengesteuert und teilt
die Basalrate bei Verwendung von U-100 in 0,1 IE auf. Das heisst, bei
einer Basalrate von 1 IE gibt die 508 10 mal, also alle 6 Minuten, 0,1
Einheit ab. Studien, welches Verfahren besser ist, habe ich nirgends
gefunden.

Natuerlich hat die 508 auch Nachteile. So zum Beispiel die fehlende
prozentuale Basalratenabsenkung (wuerde bei der 508 auf Grund der
Antriebstechnik keinen Sinn machen), dies ist ein Vorteil der D-Tron. Ob
die Wasserdichtigkeit der D-Tron ein Vorteil ist, ist die Frage (beide
Pumpen IP x7). Ich kaeme nie auf die Idee eine Pumpe zum Schwimmen oder
Duschen/Baden mitzunehmen, da ich zviel Angst haette, dass sie im See/Meer
auf Nimmerwiedersehen auf den See-/Meeresgrund abtaucht.
Auch dass ein Katheterverschluss erst nach einem Stauvolumen von bis zu 10
IE U-100 erkannt werden muss, ist im Vergleich zur D-Tron ein Nachteil -
dort sind es laut Handbuch 2 bis 4 IE U-100 (leider nicht immer Problemlos
- siehe oben). Bei meiner 508 ermittelte ich ca. 6 IE U-100 bis ein
Katheterverschluss gemeldet wird.

Mehr faellt mir im Moment nicht ein. Sicher wird sich ein D-Tron oder H-
Tron-Traeger zu Wort melden.
Viele Probleme/Merkwuerdigkeiten der Pumpen fallen erst im taeglichen
Betrieb auf. So war ich doch sehr verwundert als ich feststellen musste,
dass ich einen verlaengerten Bolus nur bis 17,6 IE ueber 30 Minuten abgeben
kann. Bei Dosen ueber 17,6 IE ist die kleinste Abgabezeit 1 Stunde.

--- Ende 1. Mail ---------------------------------------------------------

--- Anfang 2. Mail (Antwort von XYZ) -------------------------------------

(Ralf Loderer) schrieb:

> Ich kenne die 508 aus der Praxis und die Disetronic D-Tron vom
> Handbuch  her. Die Disetronic H-Tron kam fuer mich auf Grund der
> "primitiven"  Programmiermoeglichkeiten von Vornherein nicht in
> Frage.

Was meinst du mit "primitive programmiermoeglichkeiten"? Es stimmt, dass
die h-tron keine verschiedenen basalprofile hat. Auch der automatisch
gesplittete bolus fehlt. Dies sind IMHO auch die einzigen programm-
technischen nachteile. Schade, dass du hier die H-tron erwaehnst, spaeter
aber nur noch von der D-tron sprichst. Diese beiden pumpen
unterscheiden sich sehr grundlegend.

> Die Vorteile der 508 sind fuer mich die drei Basalprofile
> mit jeweils bis  zu 48 Basalraten, also alle 30 Minuten eine
> andere Basalrate

Die H-tron bietet eine stuendlich veraenderbare basalrate. IMHO durchaus
ausreichend. Die halbstuendlich veraenderbare basalrate finde ich
persoenlich einen overkill.[1]

> oder die im  Vergleich zur D-Tron hervorragenden
> Bolus-Moeglichkeiten. So kann die 508 beispielsweise waehrend eines
> laufenden verlaengerten Bolus  jederzeit einen Normalbolus abgeben,
> ohne dass wie bei der D-Tron der  verlaengerte Bolus abgebrochen
> werden muesste.

Da es bei der H-tron keinen verlaengerten|verzoegerten|gesplitteten
bolus-automatismus gibt, kannst du bei der H-tron jederzeit einen bolus
bis zur eingestellten obergrenze (default = 25 IE) eingeben und pumpen.

> Wichtig kann auch die Umstellbarkeit der 508 auf U-100, U-50 oder
> U-40  sein.

Und ich frage immer noch: wieso? Wie oft wird dies veraendert?

> Die Fernbedienung liegt mit ausgebauter Batterie im Pumpenkarton,
> soviel  zu diesem Feature der 508.

Die fernbedienung ist zwar ein unsicherheitsfaktor, kann aber durchaus
fuer diejenigen hilfreich sein, die ihre pumpe versteckt tragen wollen
oder muessen. Manche kleidungsstuecke erfordern dies einfach, da sie
keine moeglichkeit bieten, die pumpe nach aussen zu fuehren. Manche
moechten einfach ihre pumpe nicht zur schau tragen.

> Das im Vergleich zur D-Tron kompakte Gehaeuse der 508,

Das gehaeuse der D-tron bietet IMHO tatsaechlich nur einen geringen
tragekomfort, vom tragen in der hosentasche ganz zu schweigen. Das
kantige gehaeuse duerfte auch bei liegen an der langen leine im bett an
empfindlichen koerperstellen ein unangenehmes gefuehl hervorrufen. Die
minimed mag da besser sein, allerdings ist es immer noch ein recht
vier^wachteckiges gehaeuse. Die H-tron ist an den schmalen langen seiten
gerundet, was ich als sehr angenehm empfinde.

> die Verwendung  handelsueblicher Batterien

Gilt fuer fingerfertige bastler eigentlich auch fuer die H-tron. Zwar
sind die standard-disetronic-batterien fuer die H-tron in ein extra
gehaeuse eingefasst, welches das batteriefach gleichzeitig gegen
feuchtigkeit abdichten soll, aber dieses gehaeuse laesst sich mit hilfe
einer zange oeffnen. In dem gehaeuse befinden sich standard 357er
knopfzellen.

> zumal von der D-Tron zuviel ueber technische  Schwierigkeiten
> (Batterien, "Katheterverschluesse" durch reibende  Insulinampullen
> etc.) zu lesen/hoeren ist.

Richtig.

> Wer nicht die Pen-Humalog-Ampullen in der D-Tron verwenden will,

Die D-tron wurde extra fuer die verwendung der humalog-penfills gebaut.
Daher sind nur diese eigentlich faehig in der pumpe benutzt zu werden.
Allenfalls noch andere Lilly-insulin-penfills. Wer also andere insuline
verwenden moechte ist wohl auf die minimed oder die H-tron angewiesen.

> muss mehr  als umstaendlich das Insulin von der Durchstechampulle in
> eine Spritze und  von dort in eine leere Glasampulle umfuellen.

Och, ich denke das ist schnell gemacht. Aus der durchstechflasche
gezogen und direkt in die ampulle gespritzt. Die probleme, die dabei
entstehen, sind wohl eher anderer natur. Zum einen die luftblasen, zum
anderen: Woher die ampullen nehmen? Die mehrfachverwendung von ampullen
duerfte wohl auch probleme aufwerfen.

> Die D-Tron ist zeitgesteuert und gibt unabhaengig von der Basalrate
> alle 3 Minuten 1/20 der Basalrate ab.

Das macht die H-tron genauso. Finde ich persoenlich auch besser, da IMHO
so eine gradere basissteuerung moeglich ist, insbesondere bei einer
niedrigen basalrate. Bei einer basalrate von 0,3 IE, ergaebe sich bei
der minimed nur ein basalschuss alle 20 minuten.

> Natuerlich hat die 508 auch Nachteile. So zum Beispiel die fehlende
>  prozentuale Basalratenabsenkung (wuerde bei der 508 auf Grund der
> Antriebstechnik keinen Sinn machen), dies ist ein Vorteil der
> D-Tron.

Auch die H-tron bietet dies.

> Ob  die Wasserdichtigkeit der D-Tron ein Vorteil ist, ist
> die Frage (beide  Pumpen IP x7).

Ebenso die H-tron, obwohl Disetronic dies inzwischen zurueckgezogen hat,
da es bei einigen pumpen probleme mit haarrissen gab.

> Ich kaeme nie auf die Idee eine
> Pumpe zum Schwimmen oder  Duschen/Baden mitzunehmen,

Noe, ich auch nicht. Ich koppel die immer ab. Mit koppelbaren kathetern
auch kein problem.

> da ich zviel
> Angst haette, dass sie im See/Meer  auf Nimmerwiedersehen auf den
> See-/Meeresgrund abtaucht.

Also das doch nun weniger. Dazu muesstest du dir schon den katheter
rausreissen oder durchtrennen.

> Mehr faellt mir im Moment nicht ein. Sicher wird sich ein D-Tron
> oder H- Tron-Traeger zu Wort melden.

Schon getan. :-)
Was ich auch als einen vorteil der H-tron empfinde, ist das 2-pumpen-
system. Es ist immer eine ersatzpumpe im haus, mit der zweiten pumpe
lassen sich theoretisch auch 2 verschiedene basalraten nachbilden.

--- Ende 2. Mail ---------------------------------------------------------

--- Anfang 3. Mail (Antwort von Ralf Loderer -----------------------------

Hallo XYZ,

Du schriebst folgendes:

>> Die Disetronic H-Tron kam fuer mich auf Grund der "primitiven"
>> Programmiermoeglichkeiten von Vornherein nicht in Frage.
> Was meinst du mit "primitive programmiermoeglichkeiten"?

das "primitiv" war keinesfalls als Abwertung der Pumpe gemeint!

> Es stimmt, dass die h-tron keine verschiedenen basalprofile hat. Auch der
> automatisch gesplittete bolus fehlt. Dies sind IMHO auch die einzigen
> programmtechnischen nachteile.

Nur eine Bolusart (Normalbolus) und nur ein Basalprofil, das meinte ich
mit "primitiv". Besser waere "einfache Austattung" gewesen.

> Schade, dass du hier die H-tron erwaehnst, spaeter aber nur noch von der D-
> tron sprichst. Diese beiden pumpen unterscheiden sich sehr grundlegend.

Da ich das Handbuch der H-Tron nicht habe, kenne ich die Funktionen und
Bedienung der Pumpe nicht.

[508: 48 Basalraten]
> Die H-tron bietet eine stuendlich veraenderbare basalrate. IMHO durchaus
> ausreichend. Die halbstuendlich veraenderbare basalrate finde ich
> persoenlich einen overkill.[1]

Es besteht die Moeglichkeit, alle 30 Minuten die Basalrate zu aendern. Wer
einen Vorteil dadurch hat nutzt die Moeglichkeit, wer nicht teilt seine
Basalraten in Stundenintervalle ein.

>> So kann die 508 beispielsweise waehrend eines laufenden verlaengerten
>> Bolus jederzeit einen Normalbolus abgeben, ohne dass wie bei der D-Tron
>> der  verlaengerte Bolus abgebrochen werden muesste.
> Da es bei der H-tron keinen verlaengerten|verzoegerten|gesplitteten
> bolus-automatismus gibt, kannst du bei der H-tron jederzeit einen bolus
> bis zur eingestellten obergrenze (default = 25 IE) eingeben und pumpen.

Ist klar. Leider haben sich die Pumpenhersteller auf maximal 25 IE pro
Bolus festgelegt (warum 25 IE?). Insbesondere bei verlaengerten Boli wuerde
ich mir wuenschen, mehr abrufen zu koennen.
Interessanterweise kann die 508 bei Verwendung des Dual-Bolus bis zu 50 IE
(25 IE als Normal- und 25 IE als Verlaengerten-Bolus) abgeben, so dass wie
auch immer geartete Sicherheitsbedenken wohl nicht zu der Limitierung
fuehrten?

>> Wichtig kann auch die Umstellbarkeit der 508 auf U-100, U-50 oder
>> U-40 sein.
> Und ich frage immer noch: wieso? Wie oft wird dies veraendert?

Die Umstellung auf U-40 oder U-50 ist eine Option, die bei gehaeuften
Problemen mit Katheterverschluessen, hoher Insulinempfindlichkeit etc. verwendet
werden kann, aber da erzaehle ich Dir nichts neues. Wie oft die
Insulinkonzentration veraendert wird? Keine Ahnung. Aber es ist gut zu
wissen, dass im Falle des Falles zumindestens Pumpentechnisch problemlos
auf U-40 oder U-50 umgestellt werden kann.

>> die Verwendung handelsueblicher Batterien
> Gilt fuer fingerfertige bastler eigentlich auch fuer die H-tron. Zwar
> sind die standard-disetronic-batterien fuer die H-tron in ein extra
> gehaeuse eingefasst, welches das batteriefach gleichzeitig gegen
> feuchtigkeit abdichten soll, aber dieses gehaeuse laesst sich mit hilfe
> einer zange oeffnen. In dem gehaeuse befinden sich standard 357er
> knopfzellen.

Auch das "Power-Pack" der D-Tron kann geoeffnet und die Batterien ersetzt
werden. Aber das kann doch keine Loesung fuer die Batterie-Probleme von
Disetronic sein! Ich verstehe nicht, warum Disetronic nicht ein
selbstbestueckbares Power-Pack-Gehaeuse anbietet. Dass dann die
Wasserdichtigkeit nicht mehr garantiert werden kann, ist glaube ich leicht
zu verschmerzen.

> Die D-tron wurde extra fuer die verwendung der humalog-penfills gebaut.
> Wer also andere insuline verwenden moechte ist wohl auf die minimed oder
> die H-tron angewiesen.
> Zum einen die luftblasen, zum anderen: Woher die ampullen nehmen?

Disetronic bietet fuer die D-Tron leere Glasampullen zur Verwendung eines
anderen Insulins als Humalog in Pen-Ampullen und zum Auffuellen das
sogenannte "CombFill Base" an.

> Die mehrfachverwendung von ampullen duerfte wohl auch probleme aufwerfen.

Siehe oben.

>> Die D-Tron ist zeitgesteuert und gibt unabhaengig von der Basalrate
>> alle 3 Minuten 1/20 der Basalrate ab.
> Das macht die H-tron genauso. Finde ich persoenlich auch besser, da IMHO
> so eine gradere basissteuerung moeglich ist, insbesondere bei einer
> niedrigen basalrate. Bei einer basalrate von 0,3 IE, ergaebe sich bei
> der minimed nur ein basalschuss alle 20 minuten.

Wird oft als Argument pro D-/H-Tron vorgebracht.
Da ich weder von Medtronic MiniMed noch von Disetronic auf Nachfrage
Studien/Informationen ueber die Vor- und Nachteile der Zeit- bzw.
Mengensteuerung erhielt, in keinem Buch etwas darueber zu lesen ist und ich
keinen Vergleich zu einer zeitgesteuerten Pumpe habe, sehe ich den Punkt
Basalabgabe als Neutral an.

Einzig auf <http://www.diabetesnet.com/diabetes_technology/
insulinpumps_minimed.php> gibt es folgenden Hinweis:

"MiniMed chose to give a set dose of 0.1 units at whatever time interval
is required to deliver a certain basal rate. Physiologically, neither
approach is likely to make any difference in how they affect the blood
sugar"

Ich meine, insbesondere bei kleinen Basalraten, wie die von Dir genannten
0,3 IE/h, sind mit der 508 weniger Katheterverschluesse zu erwarten, da im
Vergleich zur D-/H-Tron zwar nur drei Mal in der Stunde Insulin abgegeben
wird, dafuer aber jeweils 0,1 IE (= 0,001 ml). Waehrend die D-/H-Tron 20  
Mal 0,015 IE (= 0,0015 ml) abgibt, womit ein leichter Verschluss sicher  
nicht freigespuelt werden kann. Ganz abgesehen davon, dass laut Handbuch  
der D-Tron die Ausschuettgenauigkeit bei 0,1 IE bei - 10/+20 % liegt!

>> da ich zviel Angst haette, dass sie im See/Meer  auf Nimmerwiedersehen
>> auf den See-/Meeresgrund abtaucht.
> Also das doch nun weniger. Dazu muesstest du dir schon den katheter
> rausreissen oder durchtrennen.

Ich haette einfach ein ungutes Gefuehl, wenn die Pumpe mit im Wasser
schwimmt. Ganz davon abgesehen, dass ich der "Wasserdichtigkeit" (wenn mich
nicht alles taeuscht 1 Stunde bis zu 1 m Unterwasser) nicht traue!

> Schon getan. :-)
> Was ich auch als einen vorteil der H-tron empfinde, ist das 2-pumpen-
> system. Es ist immer eine ersatzpumpe im haus, mit der zweiten pumpe
> lassen sich theoretisch auch 2 verschiedene basalraten nachbilden.

Ein Punkt fuer die D- und H-Tron, ja.
Auf jeden Fall ist es wichtig, sich selbst ueber die Pumpen zu informieren
und die Entscheidung fuer ein Modell _nicht dem Arzt_ zu ueberlassen!

Ein weiterer Punkt ist das _pumpenspezifische Verbrauchsmaterial_ und
somit die laufenden Kosten der verschiedenen Pumpen - ein nicht ganz
unwichtiges Kapitel, wie ich meine.
Die 508 braucht neben dem Reservoir (24 Stueck inklusive 12 Batterien zu
117,65 Euro [1]) kein weiteres Verbrauchsmaterial.
Die D-Tron benoetigt bei jedem Ampullenwechsel einen neuen Adapter
(10 Stueck zu 67,50 Euro [1]) und - zumindestens laut Handbuch - alle 2
Monate ein neues Power-Pack (5 Stueck zu 103,80 Euro [1]).

Wenn ich mich streng an die Gebrauchsanweisung halte und jeden Verbrauchs-
artikel nur einmal verwende, sieht die Rechnung bei mir wie folgt aus:

MiniMed 508

Das 300 IE fassende Reservoir reicht fuer ca. 5 Tage. Das heisst, ich
benoetige 73 Reservoire im Jahr. Macht insgesamt _352,95_ Euro pro Jahr.
Zusaetzliche Kosten fuer Batterien fallen nicht an.

D-Tron

Die erforderlichen 6 Power-Packs kosten 124,56 Euro. Da auch hier die
300 IE fassende Ampulle fuer ca. 5 Tage ausreicht, benoetige ich 73 Adapter
fuer 492,75 Euro. Das sind an laufenden Kosten zusammen _617,31_ Euro pro
Jahr und somit 57 % mehr als bei der 508!
Wollte ich NovoRapid oder ein anderes nicht in Lilly Pen-Ampullen
angebotenes Insulin in der D-Tron verwenden, wird es extrem teuer.
Denn dann sind zusaetzlich 73 Glas- und Kunststoffampullen (5 Stueck Glasampullen
kosten 42,70 Euro, 25 Stueck Kunststoffampullen 83,00 Euro [1]) fuer
zusammen _865,78 Euro_ erforderlich!

Wie sieht es bei der H-Tron aus?

[1] Preise: aktueller Katalog der ZANTHUS GmbH

--- Anfang 4. Mail (Antwort von XYZ) -------------------------------------

>>> Die Disetronic H-Tron kam fuer mich auf Grund der "primitiven"
>>> Programmiermoeglichkeiten von Vornherein nicht in Frage.
>> Was meinst du mit "primitive programmiermoeglichkeiten"?
>
> das "primitiv" war keinesfalls als Abwertung der Pumpe gemeint!

Hab ich auch nicht so aufgefasst. Ich habe das mehr als "fuer meine
beduerfnisse nicht ausreichend" verstanden und deswegen habe ich
nachgefragt.

> [508: 48 Basalraten]
>> Die H-tron bietet eine stuendlich veraenderbare basalrate. IMHO
>> durchaus ausreichend. Die halbstuendlich veraenderbare basalrate
>> finde ich persoenlich einen overkill.[1]
>
> Es besteht die Moeglichkeit, alle 30 Minuten die Basalrate zu
> aendern. Wer einen Vorteil dadurch hat nutzt die Moeglichkeit, wer
> nicht teilt seine Basalraten in Stundenintervalle ein.

Ich bezweifle halt einen nutzen einer halbstuendlich basalrate. Mensch
kann es auch zu genau nehmen. Zumal meiner meinung nach der
basalbedarf ohnehin nicht jeden tag einhundertprozentig identisch
ist. Diverse kleine faktoren koennen mMn kleinere abweichungen im BZ
hervorrufen. Es gibt tage, an denen ich nicht fruehstuecke und bei 100
lande, und es gibt tage, da lande ich bei 80. Die bewegung am
vormittag ist nicht nennenswert verschieden.

[Bolusmenge]
> Ist klar. Leider haben sich die Pumpenhersteller auf maximal 25 IE
> pro Bolus festgelegt (warum 25 IE?). Insbesondere bei verlaengerten
> Boli wuerde ich mir wuenschen, mehr abrufen zu koennen.
> Interessanterweise kann die 508 bei Verwendung des Dual-Bolus bis
> zu 50 IE (25 IE als Normal- und 25 IE als Verlaengerten-Bolus)
> abgeben, so dass wie auch immer geartete Sicherheitsbedenken wohl
> nicht zu der Limitierung fuehrten?

Wie die hersteller auf die 25 IE kommen, ist mir auch nicht klar,
aber es ist halt eine schoene runde zahl. AFAIK sind auch diese mengen
durch den arzt aenderbar. Moment, handbuchwaelz, 25 IE sind bei der H-
tron die obergrenze. Allerdings habe ich keinen grund fuer diese
grenze gefunden. Den einzigen grund, den ich mir vorstellen kann, ist
die sicherheit, dass nicht jemand aus versehen 100 IE abgibt, oder
auch mit absicht.

>>> Wichtig kann auch die Umstellbarkeit der 508 auf U-100, U-50
>>> oder U-40 sein.
>> Und ich frage immer noch: wieso? Wie oft wird dies veraendert?
>
> Die Umstellung auf U-40 oder U-50 ist eine Option, die bei
> gehaeuften Problemen mit Katheterverschluessen, hoher
> Insulinempfindlichkeit etc. verwendet werden kann, aber da erzaehle
> ich Dir nichts neues.

Stimmt.

> Wie oft die  Insulinkonzentration veraendert
> wird? Keine Ahnung. Aber es ist gut zu  wissen, dass im Falle des
> Falles zumindestens Pumpentechnisch problemlos  auf U-40 oder U-50
> umgestellt werden kann.

Naja, ich denke halt, dass so eine umstellung ja nicht jede woche
passiert: "Ach, heute nehm ich mal U40, und morgen nehm ich mal U100,
oder vielleicht doch lieber U63?" So eine umstellung macht wohl
hoffentlich kein pumper leichtfertig sondern immer in abstimmung mit
dem arzt und da sollte dann auch die moeglichkeit bestehen, die pumpe
zu tauschen. Mit der umstellmoeglichkeit der pumpe gibt es allerdings
eine einfache moeglichkeit, eventuelle einsprueche der krankenkasse
direkt zu umgehen.

[Batterien]
> Auch das "Power-Pack" der D-Tron kann geoeffnet und die Batterien
> ersetzt werden. Aber das kann doch keine Loesung fuer die
> Batterie-Probleme von Disetronic sein!

Moment, da schmeisst du jetzt zwei dinge in einen topf. Das disetronic
die batterien in ein extra gehaeuse packt ist ein design-issue der
pumpe selbst, welches sicherlich auch anders geloest werden koennte.
Aber es hat nix mit den teilweise nur sehr kurz haltbaren batterien
zu tun.

> Ich verstehe nicht, warum
> Disetronic nicht ein selbstbestueckbares Power-Pack-Gehaeuse
> anbietet. Dass dann die Wasserdichtigkeit nicht mehr garantiert
> werden kann, ist glaube ich leicht zu verschmerzen.

Also eine gewisse wasserdichtigkeit erwarte ich von der pumpe schon.
Sie muss keinen sprung vom zehnmeterturm ueberleben und nicht 30 meter
wassertiefe ueberstehen. Aber hohe luftfeuchtigkeit sollte ihr genauso
wenig anhaben koennen wie ein heftiger regenguss.

> Disetronic bietet fuer die D-Tron leere Glasampullen zur Verwendung
> eines anderen Insulins als Humalog in Pen-Ampullen und zum
> Auffuellen das sogenannte "CombFill Base" an.

Ah, wusste ich noch nicht. Trotzdem halte ich das nicht fuer
zweckmaessig.

[basalratenabgabe]
> Wird oft als Argument pro D-/H-Tron vorgebracht.
> Da ich weder von Medtronic MiniMed noch von Disetronic auf
> Nachfrage Studien/Informationen ueber die Vor- und Nachteile der
> Zeit- bzw. Mengensteuerung erhielt, in keinem Buch etwas darueber
> zu lesen ist und ich keinen Vergleich zu einer zeitgesteuerten
> Pumpe habe, sehe ich den Punkt Basalabgabe als Neutral an.

Keine ahnung, ob studien gemacht wurden. Es ist mein subjektives
empfinden. Ich stelle mir eine wellenbewegung vor und bei der minimed
sind die wellen etwas groesser und bei der disetronic etwas kleiner.

[zwei-pumpen-system]
> Ein Punkt fuer die D- und H-Tron, ja.
> Auf jeden Fall ist es wichtig, sich selbst ueber die Pumpen zu
> informieren  und die Entscheidung fuer ein Modell _nicht dem Arzt_
> zu ueberlassen!

Richtig.

[Verbrauchsmaterialrechnung]

Ich formulier mal in tabellenform, wobei ich mir erlaube, die preise
aus dem florian mueller katalog 2002 zu nehmen, da sonst die
vergleichbarkeit leidet:

        reservoir  batterien  verschlussstueck  gewindestange
         /ampulle                /adapter

H-tron     242,36      122,40        40,40          28,40  = 433,56

Bei der H-tron sollte der adapter, der den luer-anschluss haelt, ca.
alle 3 monate gewechselt werden. Die gewindestange 1 x pro jahr.

Der kostenfaktor, der bei der H-tron extrem zu buche schlaegt, sind
die batterien. Zugegebenerweise ueberfluessig, wenn die pumpe anders
gebaut waere. Um allerdings die verbraeuche tatsaechlich vergleichen zu
koennen, muessten eigentlich alle verbrauchsmaterialien einbezogen
werden. Aber das wird dann hier zu umfangreich. Hoffe, ich habe hier
fuer deinen vergleich jetzt nix uebersehen.

Das sich die kosten teilweise reduzieren lassen, indem einige
materialien laenger oder mehrfach verwendet werden, darueber sind wir
uns alle im klaren. Hierbei wirken sich dann aber kombipacks wie bei
der minimed mit reservoir+ampulle eher negativ als positiv aus, da
wenn das eine teil verbraucht ist immer auch gleich das andere
mitbestellt wird, egal ob grad benoetigt oder nicht.

--- Ende 4. Mail ---------------------------------------------------------

-- 
Mit freundlichen Gruessen

Ralf Loderer
## CrossPoint/OpenXP v3.40 RC3 R ##
----------------------------------------------------------
Insulin Pumpers website http://www.insulin-pumpers.org/
bei Fragen zur Mailing-Liste, bitte Mail an:  email @ redacted